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Didacta-Magazin

Zitiert aus: Stationen auf dem Weg zur Schulprogrammentwicklung. Berliner Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Storkower Straße 133, 10969 Berlin
(Veröffentlicht 2003)

Zum Begriff „Schulprogramm„
Das Schulprogramm kann als „Regiebuch" der einzelnen Schule angesehen werden, das verbindlichen Charakter für die Schulgemeinschaft hat. Es dokumentiert die Philosophie der Schule, konkretisiert diese in Form von Plänen und Umsetzungsmaßnahmen, die erprobt und überprüft werden.
Das Programm enthält Aussagen zu:
>> den Rahmenbedingungen der Schule
>> Ergebnissen des Ist-Zustandes und Methoden seiner Erfassung
>> dem Leitbild (ist dies nicht Voraussetzung für ein Schulprogramm??)
>> den in der Durchführung, Erprobung und Planung befindlichen Arbeitsvorhaben
>> der internen Evaluation
>> der Fortschreibung der Schulprogrammentwicklung
Dadurch wird die erweiterte Verantwortung der einzelnen Schule sowie deren spezifische pädagogische und organisatorische Ausrichtung verbunden mit einer konsequenten Qualitätsentwicklung und -sicherung deutlich.

Unter "Schulprogramm" ist auch ein systematischer, kontinuierlicher, kooperativer, koordinierter und reflektierter Arbeitsprozess der inneren Schulentwicklung zu verstehen.

In diesem Prozess geht es darum:
>> Vorhandenes zu sichten und klare empirisch fundierte Vorstellungen vom eigenen Entwicklungsstand zu gewinnen
>> sich auf gemeinsame Ziele, Wertvorstellungen, Entwicklungsaufgaben und deren Überprüfung zu einigen.
Konkrete Entwicklungsvorhaben gemeinsam zu erproben und den gesamten Prozess zu dokumentieren

Ein solches Vorgehen führt nach Innen zu Synergieeffekten, gibt gemeinsame Orientierung, trägt zu einem Wir-Gefühl bei. Nach Außen werden vorhandene Aktivitäten sichtbar gemacht, und das Profil der Schule wird deutlich. Den Pilotschulen standen im Rahmen des Pilotprojekts "Schulprogrammentwicklung und Evaluation" drei Schuljahre für den ersten Durchlauf zur Verfügung.

Zum Begriff „Schulprofil„
Die Begriffe Schulprogramm und „Schulprofil„ meinen Verschiedenes. In Absetzung zum Schulprogramm steht Schulprofil für
>> den Ruf oder das Image einer Schule oder einen traditionellen thematischen Schwerpunkt. In berufsbildenden Schulen ergibt sich das Profil in der Regel durch die jeweiligen beruflichen Schwerpunkte.
>> besondere Schwerpunktmaßnahmen oder Strukturentscheidungen, die bewusst auf Außenwirkung zielen, um die Attraktivität der Schule mit Blick auf Erziehungsberechtigte, Schüler und potenzielle, externe Unterstützer der Schule zu erhöhen (Außenwirkung).
>> die pädagogische Grundorientierung im Sinne einer bewusst erarbeiteten und ausgewiesenen Identität (Innenwirkung).

Oder mit Begriffen aus der Wirtschaft gesagt: Das Schulprofil ist die Produktpalette der Schule, das Schulprogramm ist die Unternehmensstrategie.

Eine mögliche Reihenfolge, wie ein Schulprogramm zu erstellen ist, lesen Sie in den folgenden Schritten. Die Grafik ergänzt die Beschreibungen.

Schulprogrammentwicklung