Suchen nach:

Allgemein:

Startseite

Kontakt

Newsletter bestellen

Newsletter abbestellen

Impressum

Haftungsausschluss

Hier gibt es Neuigkeiten der Stiftung "Partner-für-Schule"

Didacta-Magazin

Ausgangslage

In der Industrie sind Projekte und das Projektmanagement als Organisationsform parallel zu der „normalen“ Organisation nicht mehr wegzudenken. International anerkannte Normen definieren dabei die Begriffe und regeln, was zum Projektmanagement gehören sollte.
Leider wird auch in der Industrie häufig gegen die Grundregeln von Projektmanagement verstoßen, obwohl die Informationsfülle über diese Organisationsart mehr als ausreichend ist.
Nachfolgend soll die Situation in Schulen - differenziert nach Schultypen – beschrieben werden. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Vergleichbarkeit bei der Anwendung der Begriffe gelegt.
Grundsätzlich ist die Frage entstanden, ob es denn einen Unterschied zwischen der Umsetzung von Projekten (Projektmanagement) in der Industrie oder anderen Organisationen und in Schulen gibt.
Die Antwort des Autors lautet:
JA, es gibt einen Unterschied.

Dieser Unterschied wird im Folgenden zur Diskussion gestellt.

Erinnerung

Wenn die Sprache nicht stimmt, dann ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist. So kommen keine guten Werke zustande. Also dulde man keine Willkür in den Worten.
(Konfuzius, chinesischer Philosoph, 551 - 479 v. Chr.)

Begriffe

Mit diesem Zitat soll verdeutlicht werden, dass die Thematik „Projekte“ und das damit verbundene „Projektmanagement“ zunächst hinsichtlich der Begriffe geklärt sein sollte. Anderfalls werden weitere Ausführungen nicht richtig zugeordnet.
Wie bereits erläutert, ist es sehr sinnvoll vor der Beschreibung der Vorgänge bei der Durchführung von Projekten in Schulen eine Sammlung der Begriffe zusammenzutragen, die sich manchmal abweichend, manchmal identisch mit der Situation in anderen Organisationen (Wirtschaft, Gesundheit …) darstellen.
Um nicht die einzelnen international akzeptierten Normen zu zitieren, werden nur diejenigen Begriffe aufgenommen, die sich unterscheiden oder schulspezifisch angewendet werden.
Es gibt eine große Anzahl von Begriffen im pädagogischen Bereich, die die Silbe „Projekt“ enthalten. Hiermit wird der Versuch unternommen, sie zusammenzutragen und kurz zu kommentieren, um einen einheitlichen Sprachgebrauch sicherzustellen.
Die bei der Literaturrecherche sehr häufig über mehrere Seiten gehenden Definitionsversuche unterschiedlichster Autoren dokumentieren, dass es im Gegensatz zur Wirtschaft in Schulen keine Vereinheitlichung (keine Norm) gibt und somit der Interpretationsspielraum von Bundesland zu Bundesland und innerhalb Europas sehr groß ist.
Da Projekte und das dazugehörige Projektmanagement zukünftig in allen Schultypen eine größere Rolle spielen werden, ist die kritische Beschreibung der Ausgangssituation wichtig.
Die Projektarbeit in Schulen zeigt einige Schwächen auf, die als Anreiz aufgenommen werden können, sich intensiver mit „Projektmanagement“ auseinanderzusetzen: (empirische Untersuchung des Autors durch Befragungen von Schulleitungen in unterschiedlichen Schultypen)

Was gehört zu den zu klärenden Begriffen?

Projekte:
Definition aus dem Bildungsportal des Schulministeriums:
… Projekte sind themenbezogene Unterrichtsvorhaben, die für eine festgelegte Zeit (z. B. im Rahmen einer Projektwoche) an die Stelle des nach dem Stundenplan vorgesehenen Unterrichts treten. In der Regel enden Projekte mit einer Präsentation der Arbeitsergebnisse durch die Schülerinnen und Schüler.

Projekt:
Definition lt. Norm ISO 69901: Vorhaben, das im Wesentlichen durch Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist, wie z. B.
- Zielvorgabe
- zeitliche, finanzielle, personelle oder andere Begrenzungen
- Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben - projektspezifische Organisation.

Projektmanagement:
Gesamtheit von Führungsaufgaben, -organisation. -techniken und -mittel für die Abwicklung eines Projektes.

Projektunterricht:
Nur in Schuleinrichtungen verwendet, in der Wirtschaft logischerweise nahezu unbekannt.

Definition Schulministerium NRW:
… man kann Projektunterricht bezeichnen als ganzheitliche, integrative Lernform, der ein Höchstmaß an Offenheit zukommt und die den bestmöglichen Raum für die Einbeziehung der Schülerinnen und Schüler bei Themenfindung und Lernzielfestlegung, für Binnendifferenzierung und kooperatives Verhalten bereitstellt.

weitere Begriffe

Phasen eines Projektes

Es ist nach Ansicht des Autors unerheblich, ob es sich um Projekte, Miniprojekte, Projektwochen oder andere Bezeichnungen handelt, in denen die Silbe „Projekt“ enthalten ist. Projekte verlaufen nach den immer gleichen Phasen. (Sollten sie jedenfalls). Diese Phasen sind mehr oder weniger identisch mit dem PDCA-Zyklus im Qualitätsmanagement und dem bekannten Evaluationskreislauf bei Schulprojekten. Allerdings sind die Arbeiten in diesen Phasen stark von der eigentlichen Thematik abhängig. Miniprojekte beispielsweise sind nicht so aufwendig zu planen wie der Aufbau, die Implementierung und Weiterentwicklung eines schulspezifischen Qualitätsmanagements. Der Aufwand ist weiterhin abhängig von der Einschätzung des Risikos und der Konsequenz, wenn die vorgesehenen Ziele eines Projektes nicht erreicht werden.
Die grundsätzlichen Phasen in jedem Projekt sind:

Phasen

Die Aufzählung erscheint kompliziert und sehr umfangreich, sie ist es aber wirklich nicht. Sie ist nur konsequent.

Beispiele für Projekte in Schulen

Projektmanagement verlangt eine gute, d.h. angemessene Formalplanung. Damit sind Formulare oder sonstige Unterlagen gemeint, die dazu dienen, den ordnungsgemäßen Verlauf eines Projektes zu überwachen. Der Formalismus soll nicht einengen, soll nicht dazu führen, noch mehr Papier zu erzeugen als ohnehin im Umlauf ist, sondern soll vereinfachen und Sicherheit schaffen, dass nichts vergessen worden ist.

Projektbeschreibung

Die Projektbeschreibung ist für alle Beteiligten, insbesondere aber für die Schulleitung und die entsprechenden Projektmitarbeiter (Eltern, Schüler, Kollegium …) wichtig, um den Start, die Durchführung und die Zielerreichung angemessen zu evaluieren. Die nachfolgenden Fragen sind vollständig und ausführlich zu beantworten, um eine Projektdefinition in der Startphase vorzunehmen. Die Beschreibung soll geeignet sein, sie mit den Projektmitarbeitern oder Projektbeteiligten als mitlaufende Dokumentation ständig, bzw. nach Notwendigkeit zu besprechen. Es ist also eine „Projektmappe“ anzulegen. Denken Sie auch an die Festlegung von Formatvorlagen in Word oder auch Excel, wenn Sie Projekte immer nach der gleichen Struktur planen und später auch evaluieren wollen.

Ablauf

Eine guten Projektbeschreibung ist hilfreich bei denjenigen Projekten, die immer wieder durchgeführt werden, aber immer wieder mit wechselnden „Kunden“. Beispiel: Radfahrprüfung.
Die Vorbereitung, Durchführung und der Abschluss kann nach genauer Überlegung hinsichtlich des Ablaufes standardisiert werden – sofern er sich als bewährt und richtig herausgestellt hat. Die danach durchzuführende Dokumentation sollte geeignet sein, von jedem Kollegiumsmitglied als Handlungsvorgabe übernommen zu werden.

Das Generieren von Projekten

Projekte fallen nicht vom Himmel und haben einen Grund, der entweder im pädagogischen, didaktischen (z.B. Themenschwerpunkt: „Wasser“) oder organisatorischen Bereich oder in Defiziten im allgemeinen Schulbetrieb anzusiedeln ist. (Schulhofgestaltung). Ferner sind sie von übergeordneten Instanzen „angeordnet“ oder empfohlen oder aus eigener Kraft zur Umsetzung des Schulprogramms durchzuführen.


© UPD Unternehmensberatung Dr. Deubel
Im Text wurde aus Gründen der Lesbarkeit weitgehend darauf verzichtet, die weiblichen Formen von Managern, Mitarbeitern, Lehrern, Schulleitern etc. zu nennen. Natürlich sind sie auch gemeint.


Wie bewerten Sie diese Seite?

Bitte bewerten Sie diese Seite durch Klick auf die Symbole.


Sie haben auch nachfolgend die Möglichkeit, einen Kommentar zu diesem Artikel zu schreiben.


Kommentar zu "Projektmanagement in Schulen (1)"

0 Kommentare