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Stellenbeschreibungen: aktuell oder überholt?

Stellenbeschreibungen, Aufgabenbeschreibungen, Funktionsbeschreibungen, Prozessbeschreibungen, Arbeitsrichtlinien, Kompetenzbeschreibungen, etc. sind geläufige Begriffe bzw. Grundlagen, um eine Organisationsstruktur einer bestehenden Firma beschreiben zu können. Leider werden diese Begriffe oft nicht ausreichend differenziert dargestellt. Man meint möglicherweise das Gleiche, arbeitet aber an etwas anderem. Aufgabe, Funktion und Prozess sind auseinanderzuhalten.

Noch vor etlichen Jahren hat man mit einer feingliedrigen Beschreibung der Stelle und der hierarchischen Einordnung angefangen, eine Organisation zu beschreiben. Die Betonung lag auf der Gliederung und der Zuordnung. Die Aufgabenbeschreibung stand im Mittelpunkt. (Ansatz von Taylorismus). Dies wurde später abgelöst von der Prozessbeschreibung, wie sie in einem QM-System sein sollte und man vergaß die Beschreibung der Stelle. Aktuell sind Kombinationen von beiden Vorgehensweisen.

Nach Beschreibung der Stelle / Aufgabe erfolgt in der Regel die Abbildung in einem Organigramm, in dem die hierarchischen Überstellungen und die Unterstellungen grafisch abgebildet sind.

Bevor auf die einzelnen Felder der Organisationsregelungen und die entsprechenden Beschreibungsformen eingegangen wird, soll nachfolgend ein kleiner Vergleich vorgenommen werden.

Organisation und Organismus

Etwas vereinfacht: Vergleichen Sie die Struktur einer Organisation mit dem Skelett eines Körpers. Das Skelett ist das tragende Gerüst, die Muskeln und Weichteile sind die Organisationsteile, die das äußere Aussehen ausmachen, das Image, das – was von außen zu erkennen ist. Aber natürlich auch das, was den Organismus hinsichtlich seiner Überlebensfähigkeit ausmacht. Muskuläre Stärke, gute Proportionen, Angemessenheit und vor allen Dingen: „für die Anforderungen der Umgebung mit den entsprechenden Herausforderungen geeignet.“

Das Gehirn als Schaltzentrale (in Organisationen nennt man dies Unternehmensführung) regelt Einstellungen, Verhaltensweisen etc. des Organismus, um Muskeln und Informationsflüsse (Nerven, Venen und Arterien) auf die Aufgabenstellungen auszurichten.

Das Gehirn entscheidet, wie sich Muskeln, Extremitäten verhalten oder reagieren müssen, um den Randbedingungen gerecht zu werden. Dazu muss das Gehirn aber wissen, was es will. Das Zusammenspiel einzelner Organe ist nichts anderes als das Zusammenspiel einzelner Abteilungen oder Fachbereiche in einer Organisation.

Die Organe müssen sich dem Willen des Gehirns anpassen.

Externe Unterstützung

In vielen Fällen werden Unternehmensberater beauftragt, die Struktur in einer Firma kritisch zu beurteilen und Änderungen herbeizuführen. Die Grundfrage besteht darin, bei Berücksichtigung der einzelnen Persönlichkeiten in einer existierenden Firma u.a. festzulegen,

Im Folgenden wird der Begriff Stellenbeschreibungen für alle zu Beginn genannten Varianten (siehe oben) verwendet. Dass dies nicht ganz richtig ist, ist dem Autor klar. Die Auseinandersetzung mit den einzelnen Varianten wird zu diesem Thema in weiteren Beschreibungen durchgeführt.

Stellenbeschreibung oder Prozessbeschreibung?

Diese Frage stellt sich nicht wirklich. In einer Stellenbeschreibung werden diejenigen Informationen festgehalten, die die Qualifikation, die Kompetenz etc. eines Stelleninhabers beschreiben. Dies ist in Prozessbeschreibungen (Flowcharts) nicht möglich. In der Prozessbeschreibung sind allerdings Entscheidungsfunktionen und Feedback / Rückfragen / Rücksprünge in einem Prozess abbildbar.

Mögliche Ziele von Stellenbeschreibungen

Mit der Durchführung von Stellenbeschreibungen können mehrere Ziele verfolgt und erreicht werden (je nach Unternehmensgröße und Organisationsgrad variieren auch hier die Ziele):

Stellenbeschreibungen zu erarbeiten, hat immer einen spezifischen Hintergrund. Manager oder Unternehmensleiter möchten geregelt haben, welche Mitarbeiter mit welchen Kompetenzen, Fähigkeiten und Verantwortungen in der Organisation arbeiten. Dies kann in der Phase der Unternehmensentwicklung, in der es noch keine rosa oder roten Zahlen gibt, einer Art "Diät " für die Organisation gleichgesetzt werden.

Unternehmensexpansionen, aber auch Konsolidierungen bei Fusionen, Zusammenschlüssen etc. ziehen immer eine Neukonstruktion der standortbezogenen Organigramme, aber auch eines Gruppenorganigramms nach sich. Organisationsgestaltung ist eine eigenständige Disziplin, die sich mit den Formen der klassischen Linienorganisation, Stab-Linienorganisation oder Matrixorganisation beschäftigt. Die Gesamtstruktur tritt in den Vordergrund, der einzelne Mensch tritt in den Hintergrund.

Sowohl die Aussage „… meine Leute wissen schon, was sie zu tun haben… “ oder „… wir sind doch ein Team, wir brauchen diese ausführlichen Romane nicht…“, deuten je nach Unternehmensgröße auf inkonsequentes Handeln hin. In Familienbetrieben mit zwei bis drei Mitarbeitern mögen diese Aussagen zutreffen, aber in expandierenden Firmen wird diese Einstellung der Führung wie ein Bumerang wirken. Die Notwendigkeit einer Organisationsgestaltung wird solange negiert, bis sie eine Überlebensfrage wird. Die Organisation funktioniert nicht mehr richtig und die Führung weiß nicht warum. Eine häufige Reaktion: Aktionismus ist angesagt, was natürlich mit hohem Kosten- und hohem Energieaufwand verbunden ist. Dies betrifft nicht nur die formelle Erstellung von Stellenbeschreibungen und dem Organigramm, sondern zusätzlich ist auch eine Bewusstseinsänderung zu den Organisationsänderungen bei vielen Mitarbeitern – aber auch bei der Unternehmensleitung – zu bearbeiten.

Stellenbeschreibungen haben etwas mit Disziplin und Prävention zu tun. Disziplin wiederum als Eigendisziplin ist eher selten, es gibt sie aber. Wenn die Überwachungsfunktion und die Lenkungsfunktion der Unternehmensleitung oder von Vorgesetzten nicht gegeben ist, ergibt sich ein „Wildwuchs“ in der Organisation. Jeder macht das, was er meint, machen zu müssen oder zu können. Selbst die Gegenwehr bei Aufgabenstellungen durch Vorgesetzte oder Kollegen flacht ab. Als Reaktion können süffisanter Sarkasmus, Dessinteresse am Ergebnis der eigentlichen Aufgabenstellung oder andere „Entzugserscheinungen“ auftreten. Auf jeden Fall wird offene Konfrontation vermieden.

Gliederung einer Stellenbeschreibung

Es gibt keine wirklich verbindlich richtige Gliederung. Jede Organisation versucht, Umfang und Konkretisierung nach eigenen Notwendigkeiten festzulegen. Weder 15 Seiten, noch eine Fassung, die aus einer Seite besteht, sind richtig oder falsch. Es kommt auf die Unternehmenssituation, Branche und Unternehmensgröße an.

Die nachfolgende Gliederung in der Reihenfolge ist mehr oder weniger in der Literatur durch wissenschaftliche Arbeiten und durch Unternehmensberater beschrieben.

Welche Aufgaben hat der Personalverantwortliche

Der Personalleiter (Leitung Personalwesen) hat die Aufgabe, in den unterschiedlichen Hierarchiestufen (Mitarbeiter, Bereichsleiter, Management) festzulegen, ob eine eigene Beschreibung der Stelle durch die angesprochenen Mitarbeiter oder ob eine Fremdbeschreibung (Externe Festlegung) der Stelle in der Organisation notwendig ist. Meist findet eine Kombination beider Wege statt. Stellenbeschreibungen sind niemals für die Ewigkeit geschrieben, sondern ändern sich je nach Unternehmenslage, je nach Randbedingung, je nach Entwicklungskompetenzen der bisherigen Stelleninhaber.

Der Personalleiter kann sich an unterschiedlichen Verfahrensanweisungen in einem zertifizierten Unternehmen dahingehend informieren, wie die "strategische Planung“, "die Festlegung der Qualitätsziele", "der Prozess der Schulung und Qualifizierung", "die Einarbeitung neuer Mitarbeiter" und weitere Verfahrensbeschreibungen fixiert sind. Dazu sind entsprechende Formalien einzuhalten.

Problematik


© UPD Unternehmensberatung Dr. Peter Deubel. V.:19.08.2011
Im Text wurde aus Gründen der Lesbarkeit weitgehend darauf verzichtet, die weiblichen Formen von Managern, Mitarbeitern, Lehrern, Schulleitern zu nennen. Natürlich sind sie auch gemeint.


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1 Kommentar

02.01.2012 15:38 Tibbie E-Mail
Im impressed! Youve managed the aolmst impossible.