Fragestellung
Sanieren oder nur verändern? Wo stehen wir? Was muss grundsätzlich verändert werden?
Warum ist diese Fragestellung wichtig? Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Sanierung und Veränderung?
Die Fragestellung ist deshalb wichtig, weil sie den Grad der Veränderung beschreibt, und nach diesem Grad wird sich auch der Einsatz der Mittel richten.
Jeder weiß, dass in unserer Gesellschaft und in unserem Leben alles im Fluss ist, es kommt nur auf die Dimension der anstehenden Veränderungen an. Ob es um Leben oder Tod geht oder nur um die Veränderung einer Essgewohnheit ist schon ein großer Unterschied.
Viele Firmen haben sich vor ihrer Insolvenz halbherzig "totgeändert".
Es ist wichtig zu erkennen, worin die Veränderungen bestehen müssen.
Lesen Sie hier, was bei Sanierung zu beachten wäre.
Beispiel
Irgendwann ist es einmal soweit…
Die Organisation der Firma ist nicht mehr so effizient, wie es der Markt erfordert. Es hakt an allen Ecken, die Stimmung in der Belegschaft war auch schon einmal besser, und die Nervosität der Führungskräfte steigt. Bei schlechten Ergebnissen erfolgen häufig gegenseitige Schuldzuweisungen zwischen den Abteilungen und überzogener Aktionismus sind die (zunächst noch) versteckten Anzeichen der oft nicht erklärlichen aktuellen Unordnung und der immer häufiger auftretenden Fehler.
Die Gründe dafür sind für die Betroffenen in der Regel nicht leicht zu erkennen; man tappt im Dunklen und fängt daher an, sich selbst einen Konflikt aufzubauen, zwischen einerseits bisher bekannten und erprobten Ablenkungsmechanismen und andererseits übersteigertem Aktionismus (… wir müssen was tun…) entscheiden zu müssen.
Der eigene Blickwinkel (sowohl von Angehörigen der Belegschaft als auch von Führungskräften) und die damit verbundene Beurteilung der Situation sind damit naturgemäß einseitig und beziehen sich meist nur auf das, was man selbst sehen möchte. Der rote Faden und Führungskompetenz fehlen.
Allzu oft wird dabei übersehen, dass man möglicherweise selbst – und das auch noch als Führungskraft - ein Teil des Problems ist. Aber wer zieht das schon in Erwägung?
Falsch verstandener Stolz, der dazu führt, die angespannte Situation auch selbstreflektierend dahingehend zu beurteilen, welche Rolle man selbst in dieser Situation spielt, verhindert neues Denken.
These:
Wir müssten nie über Changemanagement, Veränderungsmanagement, Sanierung o.ä. reden, wenn es den Widerstand (auch den eigenen inneren Widerstandes) nicht geben würde.
Es ist oft die eigene persönliche Orientierungslosigkeit und die damit verbundene Entscheidungsproblematik, die uns zerreißt. Das Wollen, Können, Dürfen und Wünschen sind unvereinbar.
Veränderung - aber wie?
Veränderung, aber wie?
Wenn über Sanierung und Veränderung (Change) gesprochen wird, muss auch über Kreativität und Innovation gesprochen werden. Nicht immer reicht es aus, wie auf einem Schiff den Kurs durch den Kapitän (Steuermann) lediglich durch eine Veränderung der Ruderstellung zu einem neuen Ziel auszurichten. Kaufleute in den Firmen beginnen zu häufig (meiner Ansicht nach fälschlicherweise) zunächst an den Zahlen zu drehen. Zahlen sind aber die Symptome bzw. Ergebnisse, nicht die Ursachen!!
Die Problematik beginnt schon damit, ein neues Ziel richtig, nachvollziehbar und vor allen Dingen möglichst konkret zu beschreiben. Eine hohe Konzentrationsleistung!!
Dabei ist doch angesagt, dass Deutschland "Innovationsstandort" sein oder werden soll, wenn man den Politikern heutzutage zuhört. (zumindest bis Mitte 2008). Doch es erscheint dem Bürger sehr fraglich, ob die Ausgangssituation, die Mittel und das spätere Resultat überhaupt richtig formuliert werden können. Mit zielführendem Verhalten hat das nichts zu tun.
Allerdings ist auch die Frage zu stellen, ob Politiker überhaupt wissen, was Innovation eigentlich bedeutet, denn zu oft wird dieser Begriff allzu oberflächlich dazu benutzt, politische Ansichten zu vertreten, die eigentlich mehr zur Rechtfertigung geeignet sind, die eigene politische Existenzberechtigung zu betonen.
(Schließlich muss man als Politiker auch ans Alter denken…?)
Was bedeuten nun die beiden Begriffe Innovation und Sanierung in der Konsequenz? Es sind doch Begriffe, die sicherlich vielen Führungskräften mehr oder weniger vertraut sind.
In unserem täglichen Leben versäumen wir es mitunter, uns Worte und Begriffe von ihrer eigentlichen Bedeutung her klar zu machen, was zu gelegentlichen Missverständnissen bei der Kommunikation führt. Dies soll in diesem Zusammenhang vermieden werden, denn schon Laotse sagte: …wenn die Worte nicht stimmen, können die Werte nicht greifen…
Innovation, was ist das?
Wenn Sie diese Begriffserklärung gelesen haben, ist die Frage zu stellen, was Innovation in der Konsequenz für Organisationen, die sich selbst als innovativ einstufen oder innovativ werden wollen, bedeuten soll.
Um dies transparenter zu machen, sind einige Fragen zu stellen.
- Wann wird eine Erneuerung fällig? Wer legt den Zeitpunkt fest? Wann wird nicht mehr gelitten, beklagt und diskutiert, sondern aktiv etwas getan?
- In welchem Umfang sind denn Veränderungen zu planen und vor allen Dingen zu kontrollieren?
- Wenn etwas erneuert werden soll, muss man dann den alten Zustand auch beschreiben können?
- Eine Erneuerung basiert immer auf einer Veränderung, aber ist auch jede Veränderung eine Erneuerung?
Das sind Fragen, die für die richtige Anwendung des Wortes und für die dahinterliegenden Instrumente und Methoden von Bedeutung sind!
Will sich eine Organisation, eine Firma, in Richtung Innovationsfähigkeit weiter entwickeln, sind Antworten auf die gestellten Fragen (es sind noch weitaus mehr zu stellen) zu formulieren. Grundlagen dafür sind unter anderen:
- ein offenes und kooperatives Unternehmensklima, in dem "lautes Denken" erlaubt und gewünscht ist, (was übrigens nicht einem pflegeleichten Zustand ähnelt),
- Einsatz eines professionellen Projektmanagements mit entsprechenden Kosten- und Zeitübersichten,
- Einbindung der Mitarbeiter, die aktiv an diesem Prozess beteiligt sein werden,
- Mut, auch unangenehme Effekte (Abteilungsverlagerungen, Entlassungen, andere Organisationsstruktur…) in Kauf zu nehmen.
- Es sollte ein drängender Innovationsmotor da sein, eine Persönlichkeit, die Sicherheit verbreitet, neue Dinge auch selbstbewusst anzugehen…
Die Überschrift dieses Artikels lautet: Sanierung oder Veränderung?
Was bedeutet eigentlich Sanierung? Auch dieser Begriff ist oft gehört, aber selten richtig interpretiert.
Wieder ist daher eine Abgrenzung notwendig, um dieses Wort auch richtig zu verstehen.
Analog zum Begriff der Innovation sind hier auch beispielhaft einige Fragen stellen.
- Wenn etwas gesund gemacht werden soll, ist es folglich vorher krank. Woran wird erkannt, ob etwas krank ist?
- Kann wirklich zwischen Symptom und Ursache unterschieden werden?
- Wer definiert den Grad der Krankheit? Der Patient? Der Arzt, der Berater oder ein sonstiger "Heiler"?
- Woran wird später erkannt, dass die Heilung – die Sanierung - erfolgreich war und in welchem Grad?
Es mag sich etwas theoretisch anhören, welche Fragen zu diesen Begriffen aufgeworfen wurden. Sie sind aber keinesfalls theoretisch, sondern sehr pragmatisch zu behandeln. Der Autor ist sich sicher, dass viele Unternehmen unter Umständen nicht in die Insolvenz gegangen wären, wenn diese Fragen vor dem Eintreten einer geschäftlichen Krise gestellt worden wären.
Bisher wurde im Wesentlichen auf die Belange der Wirtschaft eingegangen, und Begriffe und Fragestellung betrafen wirtschaftliche Aspekte.
Es ist aber auch möglich, eine Analogie zu den menschlichen, zu den persönlichen Situationen eines Menschen vorzunehmen.
Veränderung und Sanierung: Ursachen und Symptome
Das Problem, das hinter der Fragestellung liegt, ist einerseits die Schnelligkeit der Information und anderseits die Freizügigkeit von Menschen, sowie den heutigen Möglichkeiten der technischen Logistik.
Hätten wir nicht die modernen Kommunikationsmittel, wie Internet, Handys etc. und wären wir noch auf Pferdefuhrwerke und Briefverkehr ausgerichtet, verliefe das Leben wesentlich langsamer, und die Unternehmen hätten nicht den Zwang, sich innerhalb von Monaten auf neue Bedingungen einstellen zu müssen.
Wettbewerb wäre noch auf die lokalen Gegebenheiten beschränkt und nicht wie heutzutage auf die globalen Möglichkeiten. Der neue Markt ist nicht nur durch die Osterweiterung der EU zu sehen, sondern noch wesentlich weiter.
Das Denken über das Mögliche wird irgendwann zur Realisierung des Möglichen führen, egal ob es moralisch, ethisch oder wirtschaftlich richtig ist oder nicht.
Zwischenruf
Beschreibungen aus der Geschichte belegen immer wieder, dass diese Verhaltensweise des Menschen immer wieder erneut bestätigt wird. Es macht daher keinen großen Sinn, sich hier noch weiter mit der Vergangenheit zu beschäftigen, weil daraus nicht viel für die Zukunft abgeleitet werden kann. Wie wir aus der Geschichte verfolgen können, lernt der Mensch ja nicht wirklich, sondern eben nur scheinbar aus der Vergangenheit. Weder hinsichtlich seine Stärken, noch seiner Fehler. Denn würde er wirklich lernen, gäbe es keine oder zumindest weniger Kriege oder andere Machtkämpfe.
Machtstreben und Eitelkeit in Politik und Wirtschaft sind die beiden Motoren für die Umsetzung von Ideen, die vom Wesen her unmoralisch sind oder technisch zumindest fragwürdig erscheinen. Man denke nur daran, dass alle größeren Kriege der jüngeren Vergangenheit durch Lügen und Agitation begonnen wurden, und auch die Atombombe hätte niemals gebaut werden dürfen.
Zurück zur Fragestellung "Sanierung oder Veränderung"?
In beiden Fällen geht es nicht ohne eine entsprechende Planung und ohne einige Werkzeuge, die Umsetzung des Geplanten zu überwachen.
Zuvor aber noch einmal die Darstellung des Unterschiedes der beiden Ansätze.
Eine Sanierung im wirtschaftlichen Sinne ist wie bei den medizinischen Fakultäten mit einer Krankheit, die schon bis zu einem bedenklichen Stadium fortgeschritten ist, zu vergleichen. Von außen zugeführte Medizin hilft nicht mehr allein, es muss chirurgisch vorgegangen werden.
Es bleibt wenig Spielraum für gemeinsame Entscheidungen von Führung und Belegschaft. Die Zeit drängt nämlich, gegenseitige Argumente (insbesondere die Gegenargumente) werden zwar zur Kenntnis genommen, aber nicht wirklich beachtet. Die Sanierung gelingt selten aus eigener Kraft, meist wird eine betriebsfremde Person (Berater) damit beauftragt.
Bei einer Veränderung (Change) ist die Krankheit ebenfalls bedenklich, aber durch eine entsprechende Medizin, eine andere Lebensart, sprich Ausrichtung der Führung, können empfindliche chirurgische Eingriffe vermieden werden. Gemeinsame Anstrengungen von Führung und Belegschaft können durch die Durchführung von Workshops, offene interne Informationspolitik und anderer Hilfsmittel sehr häufig zum erwünschten Erfolg führen.
Eine wichtige Rolle übernimmt ein sogenannter "Change-Agent", als ein Berater, der sich auf das Coaching (incl. Beratung, Training,) von Veränderungsprozessen spezialisiert hat.
Bevor aber eine Planung gemacht werden kann, wie der Veränderungsprozess zu gestalten ist, muss ein kreativer Prozess eingeleitet werden, der so gestaltet ist, dass nicht die Vorstellungen oder Ansichten der Vergangenheit "hochgerechnet" werden, denn dann passiert das, was möglichst zu vermeiden ist: die Fehler der Vergangenheit werden ebenfalls hochgerechnet, Neutralität und abstraktes Formulieren finden nicht statt.
Es gibt ausreichend Literatur darüber, in welcher Situation welche Techniken angewendet werden sollten, um ein höchstmögliches Maß an neuer Vorstellung für die zukünftige Lösung zu erreichen. Das Schwierigste bei allen Techniken oder Methoden ist aber das Beharrungsvermögen des einzelnen Menschen, das bisher Bekannte beibehalten zu wollen.
Bloß nichts ändern!
Dabei behält nur derjenige seine eigene Identität, der sich ändert und neu orientiert, nicht derjenige, der den augenblicklichen Status beibehält! Er altert in seinen Einstellungen schneller als seine Umgebung und wundert sich natürlich darüber.
In diesem Sinne, suchen Sie ihre eigene Identität und passen Sie sich an sich selbst an.
© UPD Unternehmensberatung Dr. Deubel
Im Text wurde aus Gründen der Lesbarkeit weitgehend darauf verzichtet, die weiblichen Formen von Managern, Mitarbeitern, Lehrern, Schulleitern zu nennen. Natürlich sind sie auch gemeint.
Sanierung? Veränderung?
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