Identität verändern? |
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„Ich kann mich absolut mit meiner Firma und was dort läuft, identifizieren“. „Ich identifiziere mich mit dem Gedankengut von Herrn Maier, er ist wirklich mein Vorbild“. „xxxxx ist der beste Automobilhersteller der Welt, ich finde es toll, was die machen“. „Ich identifiziere mich mit meiner Arbeit, mit dem, was ich mache und wie ich es machen kann“. |
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Sind Veränderungen immer positiv zu sehen?
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Wenn Freunde, Bekannte, Familienmitglieder sich nach längerer Zeit wieder einmal treffen und der Spruch kommt: „Mein Gott, du hast dich ja gar nicht verändert!“, dann kann das sowohl positiv als auch negativ verstanden werden. Geht es um frühere mehr oder weniger schlechte Eigenschaften, ein früheres schlechtes Verhalten oder ein entsprechendes - nicht so sehr optimales - Aussehen, so sind diese Äußerungen nicht besonders positiv. Ist es dagegen eine Beschreibung von Eigenschaften, die man als sehr positiv in Erinnerung behalten hat und die nach langer Zeit immer noch spontan erkennbar sind, so kann diese Aussage als sehr positiv aufgenommen werden. Insbesondere Damen möchten beispielsweise den Zustand der jugendlichen Schönheit und Attraktivität sehr lange festhalten – weil die Gesellschaft es so will, nicht, weil es keine Schönheit oder Attraktivität im Alter gibt. Es wird herumoperiert, bis das eigentliche durch das Leben geprägte Gesicht / der Körper nicht mehr erkennbar ist. Wenn man sich also mit der Identität - der erneuten Erkennbarkeit - beschäftigt, muss man sich zwangsläufig auch mit dem Begriff der Zeit auseinander setzen. (Dies wäre Thema eines Extrakapitels). |
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Was bleibt übrig?
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Bei der Frage nach der Identität entsteht häufig eine Verwechslung mit der Frage nach dem aktuellen Status in der jeweiligen Phase des Lebenszyklus eines Menschen. Wie schon erwähnt, ist die Frage der Identität nicht gleichzusetzen mit der Frage, wie ein einmal erreichtes "erfolgreiches" Image aufrechterhalten werden kann. Insbesondere haben Führungskräfte der Wirtschaft nicht selten Probleme damit, sich ohne den bisherigen "Applaus" (Anerkennung und Wertschätzung) von Kunden, Freunden / Bekannten oder Vorgesetzten in der Phase nach der aktiven Arbeit in der Berufswelt in ihrem Bekannten- oder Freundeskreis neu zu positionieren. Was bleibt vom Menschen über, wenn er sich nicht mehr durch seinen beruflichen Erfolg definieren kann? Was bleibt über, nicht mehr die Macht ausüben zu können, die zum beruflichen Erfolg und zur Karriere geführt haben? Was bleibt über, wenn die erarbeiteten finanziellen Mittel als wesentliches Alibi für gesundheitliche Schäden, für emotionale Schäden (Alkoholsucht, mehrfache Eheschließungen, etc.) herhalten müssen? Ist in diesem Falle nicht die Frage nach der Identität zu stellen, sondern die Frage nach der Korruptheit dem persönlichen Umfeld gegenüber? Wem möchte man jetzt und in der weiteren Zukunft gefallen? |
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Reaktionen
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Meist hat aber die Umwelt längst verstanden, dass sich für diesen Menschen etliche Veränderungen ergeben haben. Eine Identitätsveränderung findet statt und hat schon stattgefunden. Je nach Beziehungstiefe reagieren Menschen in der Umwelt beginnend von unterschiedlichen Varianten der Ablehnung bis hin zur verzeihlichen Nachsicht. Sympathie und Respekt und teilweise auch etwas Mitleid mit dem jeweiligen Menschen stehen dabei nicht im Widerspruch zur Honorierung der Leistungen der Vergangenheit. „But, it is over…“. Meist jedoch wird es beim betroffenen Menschen nicht so aufgenommen und erst recht nicht so verarbeitet. Das Festhalten am selbst gewählten Fremdbild lässt Korrekturen kaum oder schwerlich zu. Die Selbstschutzmechanismen wirken stärker als die logischen Erkenntnisse. Kritische Betrachtungen von wohlgesonnenen Menschen werden nur bedingt akzeptiert, in ihrer Argumentation verneint, obwohl erkannt worden ist, dass hier ein Bedarf zum Nachdenken gegeben ist. |
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Konflikte
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Menschen, die noch im Berufsleben stehen, und sich aus vordergründigen Motiven (Versorgung der Familie, Einkommenssicherung grundsätzlich, Angst vor "nicht mehr gefragt sein", etc.) mit Situationen auseinandersetzen müssen, einen Teil ihrer Überzeugungen und Auffassungen aufzugeben, leben in einer Konfliktsituation. Insbesondere in Konzernen sind nicht selten Strukturen festzustellen, die bei Führungskräften und Mitarbeitern mehr der Selbstdarstellung und der Machtorientierung dienen, als zum wirtschaftlichen Fortschritt der Firma führen. Konzeptionelles Blendwerk zu erstellen und eine entsprechende Eloquenz dazu, verdeckt gelegentlich mangelnde Fachkompetenz und fehlende Pragmatik. |
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Identität verändern?
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Kommentar zu "Identität verändern?"
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