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Zum Nachdenken ...

Anthony Robbins hat mal sinngemäß in einem seiner Bücher geschrieben:
Wenn wir uns ein Ziel setzen, dann geht es gar nicht um das Ziel an sich. Es geht vielmehr darum, dass wir der Mensch werden, der dieses Ziel erreichen kann.

Was ist ein Zielbildungsprozess?

Grafik: Klicken, um zu vergrößern

Wie das Wort es schon sagt:
... es ist ein Ablauf, ein Prozess, wie Ziele (Was will ich selbst, oder was soll ich für andere erreichen?) gebildet werden. Das wichtigste Element ist die Zeit, in der etwas erreicht werden soll. Ohne Zeitbezug können Ziele lediglich als Absichten eingestuft werden.

Da ein Prozess grundsätzlich einen Input benötigt, der dann in einer Art "Black-box" verarbeitet wird, gibt es demzufolge auch einen Output, also ein Ergebnis.
Das Wort Zielbildungsprozess spricht vorrangig diejenigen Abläufe an, die in dieser Black-box ablaufen. Es sind Kommunikationsrituale, Vereinbarungen, Abstimmungen und Machtspiele, die dort ablaufen. Vieles ist nicht rational, sondern dient nur einer Selbstbehauptung im Führungsbereich.
Ziele können gemeinsam zwischen Partnern besprochen und dadurch gebildet, bzw. fixiert werden,
Ziele können zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber besprochen und festgeschrieben werden, Ziele können aber auch für uns als Menschen selbst definiert und (innerlich) vereinbart werden.

Siehe auch: Was ist ein Ziel?
Ziele sollten SMART sein.

Ausgangssituationen

Zur Zielverfolgung brauchen wir ein Mindestmaß an Selbstreflektionsvermögen und Disziplin. Weiterhin: Willenskraft, Selbstkontrolle, die angestrebten Ziele auch erreichen zu wollen und sie real auch erreichen zu können.
Es gibt unendlich viele Ziele, die sich sowohl einzelne Menschen als auch Organisationen, Vereine etc. vorgenommen haben zu erreichen. In den meisten Fällen jedoch ist kein wirkliches Bewusstsein vorhanden, eine Zielformulierung realistisch und machbar vorzunehmen.

Es ist wichtig, die Zielformulierungen konkret vorzunehmen, denn wenn sie vage formuliert werden, werden auch die entsprechenden Strategien und Vorgehensweisen zur Erreichung der Ziele ziemlich vage sein.
Die beliebteste Alibiaussage, warum persönliche Ziele oder Organisationsziele nicht erreicht werden konnten, liegt in Beschreibungen, die auf den Versuch, die Ziele zu erreichen hinweisen. "Ich gebe alles", "Ich gebe mein Bestes", sind qualitative und emotional geprägte Aussagen, die nicht beinhalten, WARUM man etwas als Ziel für sich selbst, bzw. für die Organisationen formuliert hat. Sehr häufig bleiben folglich dann die Ergebnisse im Bereich des Mittelmaßes – was wiederum frustriert und demotiviert.

2 Fragestellungen

Bei einem erfolgreichen Zielbildungsprozess sind jedoch zwei grundsätzliche Fragestellungen unterschieden worden.

Zum einen wurde sicherlich die Frage nach dem "WARUM" gestellt und danach wurden erst auf die entsprechenden Ressourcen und Möglichkeiten geachtet.
Die Frage nach diesem " WARUM " betrifft die qualitative und sinngebende Orientierung. Wenn für jemanden, der sich mit eigenen oder übergeordneten Zielen beschäftigt, die wirkliche Ursache, warum eine Zielformulierung vorgenommen wird, nicht konkret beantwortet werden kann, arbeitet er an Symptomen. Daher ist es wichtig bei Zielformulierungen zunächst die Fragestellung " WARUM " zu stellen und dies möglicherweise auch fünfmal weiter zu hinterfragen. (Siehe auch: KAIZEN)
Dies lässt sich sowohl auf betriebswirtschaftliche Zielformulierungen (Zeit, Kosten, Qualität, Kundenzufriedenheit, Effizienz, etc.) als auch auf alle Lebensumstände eines einzelnen Menschen beziehen.
Die grundsätzliche Fragestellung basiert auf einem Veränderungsansatz. Eine momentane Situation ist nicht so zufriedenstellend, wie der beurteilende Mensch (oder die beurteilende Umgebung) es für richtig und sinnvoll erachtet. (Dies muss zwar nicht objektiv richtig oder sinnvoll sein, sondern wird definiert durch subjektive Einschätzungen oder von Kunden oder einfach von der öffentlichen Meinung). Die grundsätzliche Ausrichtung ist aber in jedem Fall das Bestreben alles zu aktivieren, um das Überleben einer Organisation gegenüber dem Wettbewerb sicherzustellen, bzw. die Aufrechterhaltung des Selbstwertgefühls eines einzelnen Menschen zu ermöglichen.
Im weiteren Zusammenhang wird auf ein einfaches Beispiel zur persönliche Orientierung, etwas ändern zu wollen, eingegangen.

Beispiel

Beispiel: "Ich möchte mein Gewicht reduzieren". Warum?

Die Auflistung kann noch etwas weitergeführt werden, aber man sollte bei der fünften Frage nach dem WARUM den eigentlichen Grund einer Zielformulierung herausgearbeitet haben. Dies können natürlich nur spezifische Antworten sein, die von der jeweiligen Ausrichtung der einzelnen Personen, oder der Organisationen abhängen.
Im persönlichen Bereich werden bei der weiteren und nachhaltigen Verfolgung der Frage nach dem "WARUM" relativ schnell Kommunikationsgrenzen erreicht. Die Befragung erzeugt Unsicherheit und die Erkenntnis, sich in einer nicht aktiven Lebensphase zu befinden (Lebensalter bedingt) oder, dass in Organisationen die Routine eine wirkliche Selbstreflektion nicht zulässt oder nicht ermöglicht – möglicherweise auch nicht gewünscht ist.
(Dem Autor ist dies besonders im Bereich der Klinikorganisationen und im Bereich der Schulorganisation aufgefallen.)

Wenn der Sinn eines Zieles verinnerlicht worden ist und auch verstanden worden ist, dass diese Zielformulierungen möglicherweise etwas unbequeme oder unangenehme Konsequenzen mit sich bringen, wird es besser gelingen, als die bloße Aktionsorientierung, die mit der Fragestellung "was ist zu tun oder wie ist es zu tun" mit sich bringt. Die zweite Fragestellung mit dem "WAS" oder "WIE" wird jedoch häufig zuerst genannt bzw. in den Vordergrund gestellt.

Bleiben wir beim Beispiel des zu reduzierendem Gewichts.
"Ich möchte mein Gewicht reduzieren". Was muss ich dafür tun und wie muss ich es anfangen?
Ich sollte weniger essen, ich sollte den Alkohol weglassen, ich sollte mich mehr bewegen …

Dies sind Beispiele für qualitative Aussagen, die als Absichten verstanden werden können, die aber eigentlich in den operativen Bereich gehören.

Die gleiche Fragestellung erneut:
Ich möchte mein Gewicht reduzieren. Was muss ich dafür tun und wie muss ich es anfangen?
Ich esse lediglich zwei Mahlzeiten am Tag, ich trinke drei Wochen keinen Alkohol, ich werde jeden Tag mindestens 15 min joggen. Etc.
Mit dieser Art der konkreten Zielbeschreibung und der Zielverfolgung mit Unterstützung der entsprechenden Indikatoren wird es wohl möglich sein, bessere Ergebnisse zu erreichen.

Machen Sie grundsätzlich den Zielverfolgungsprozess messbar!

Weitere Informationen in der Zeitschrift: Psychologie heute, Mai 2011