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Was ist ein Teambildungsprozess

Veränderungsmanagement hat viel damit zu tun, wie Menschen in Gruppen oder in Teams an diesem Prozess mitwirken. Dazu sind einseits die Strukturen von Organisationen zu bearbeiten - ein eher sachlich rationaler Vorgang - anderseits aber auch die gruppendynamischen Aspekte zu berücksichtigen. Insbesondere Kommunikation und die zwischenmenschlichen Informationsflüsse sind besonders zu beachten.
Auf den Begriff und die Bedeutung von "Team" wird nicht weiter eingegangen. Lesen Sie hier mehr dazu.
B.W. Tuckman beschreibt 1965 Teamentwicklung in einem Phasenmodell. Dieses Modell wird nachfolgend erläutert und kommentiert.

Teambildungsprozess: Klicken, um zu vergrößern

Teambildungsphasen

Formierungsphase oder auch Orientierungsphase ("forming")
Diese Phase ist geprägt durch gegenseitige Höflichkeit, vorsichtiges Abtasten, Streben nach Sicherheit, "Man"-Orientierung und das Kennenlernen bei den Gruppenmitgliedern. In dieser Phase ist es wichtig, dass die Führungskraft das Team führt, also sagt, was zu tun ist.
Mögliche Kennzeichen:
>> Ausprobieren von Verhaltensweisen,
>> Orientierung an anderen Personen,
>> in formellen Gruppen Abhängigkeit vom Leiter.

Die Gruppenmitglieder fragen sich beispielsweise:
>> Wer ist jetzt alles hier?
>> Kenne ich die Leute?
>> Wer ist hier jetzt schon der Stärkste in der Gruppe, wer ist zurückhaltend, obwohl er ein guter Kollege ist?
>> In welcher Sprache wird jetzt hier gesprochen. (Viele ungewohnte Begriffe)

Diese Phase unterteilt sich noch in die eigentliche "warming-up"-Phase, in der eigentlich nichts zu dem beabsichtigten Thema gesagt wird, der "schein-objektiven Phase" in der die Selbstreflektion der Gruppenmitglieder stattfindet, ob sie denn wohl auch zukünftig alles verarbeiten können und der "subjektiven Phase", die sich beispielsweise durch die Suche nach Macht und Einfluss, der Beliebtheit und der eigenen Positionierung darstellt.

Konfliktphase ("storming")
Die Gruppe differenziert sich. Polarisierungen treten auf.
Diese Phase ist durch unterschwellige Konflikte, Selbstdarstellung der (neuen) Teammitglieder, den Kampf um (informelle) Führung, "Ich"-Orientierung und Cliquenbildung geprägt.
Die Führungskraft muss hier Ziele aufzeigen.
Mögliche Kennzeichen:
>> Auseinandersetzung mit anderen Gruppenmitgliedern, Meinungsverschiedenheiten und Enttäuschungen,
>> Kampf um Macht und Einfluss, Aggressionen werden oft nicht an den richtigen Adressaten geleitet
>> Widerstand gegen Gruppenziele - wenn sie denn formuliert waren,
>> in formellen Gruppen Rebellion gegen Leiter. Hier ist Führungsstärke gefragt und zusätzlich zu den Appellen auch eine gewisse Entscheidungsfreudigkeit beim Leiter.

Regelphase
("norming")
Die Gruppe hat sich zurecht gefunden. Gruppenregeln sind aufgestellt worden.
Diese Phase ist geprägt durch Entwickeln von neuen Gruppenstandards und neuen Umgangsformen, Feedback und Austausch zwischen den Teammitgliedern, sowie eine "Wir"-Orientierung. Die Führungskraft koordiniert die einzelnen Aufgaben und Personen. Verhaltensnormen und Interaktionsmuster haben sich herauskristalliert und schaffen so eine neue Beziehungsidentität.
Beispiele für Kennzeichen:
>> Entwicklung von Gruppenzusammenhalt
>> Akzeptieren der anderen Gruppenmitglieder
>> Kooperationen

Arbeitsphase
("performing")

Nun geht es los.
Diese Phase ist geprägt durch Arbeitsorientierung, Flexibilität, Offenheit der Teammitglieder, Solidarität, Leistungsausrichtung und zielgerichtetes Handeln des Teams. Die Führungskraft benötigt wenig Energie, da das Team sich größtenteils selbst steuert und gibt lediglich Globalziele (Visionen) vor.
Hier kann folgendes beobachtet werden:
>> flexible Rollenverteilung, Effizienzorientierung
>> in Problemlösungsgruppen effektive Arbeit

Auflösungsphase
(adjourning)
wurde 1970 von Tuckman noch hinzugefügt.
Natürlich bleiben Gruppen nicht in alle Ewigkeit zusammen und lösen sich nach der Erledigung von Aufgabenstellungen auch wieder auf oder formieren sich neu.

Tuckmans Phasen-Modell ist eine grob vereinfachende Beschreibung. Die Darstellung suggeriert einen Automatismus, der keinesfalls mühelos ist, sondern das Ergebnis intensiver Arbeit durch die Teammitglieder. Die prägenden Einflüsse sind Führungsperson, Mitarbeiter, Aufgabe und Umwelt. Manche Gruppe erreicht nie das Stadium der Arbeitsphase, bei anderen scheint es keine Konfliktphase zu geben.
Die 4 bzw. 5 Phasen werden sich in jedem Teambildungsprozess ergeben. Sie sind mehr oder weniger stark ausgeprägt, können in der Reihenfolge aber nicht übersprungen werden, weil sonst immer wieder neu aufzusetzen wäre.
Anzeichen dafür, dass die Phasen nicht wirklich durchlaufen worden sind, lassen sich an erkennbaren "Aussenseitern", an Einzelarbeit anstatt Teamarbeit, an nicht geklärten Meinungsverschiedenheiten und beispielsweise auch an Beziehungsdefiziten bei den Gruppenmitgliedern feststellen.

Teamsitzungen

Teams sollten ihre Aufgabenstellung - basierend auf dem Input durch den Auftraggeber - eigenverantwortlich bearbeiten können. Dazu sind gelegentlich auch Abfragen zur Sitzungseffektivität zu stellen.
Ein nachfolgendes Beispiel für einen Abfragebogen.