Der Begriff Motivation wird im betriebswirtschaftlichen Zusammenhang mit Leistung und Mitarbeitern in Verbindung gebracht. Die Definition ist aber nicht ganz eindeutig, daher ist auch die Diskussion über Motivationsmechanismen und Motivationsstrategien nicht ganz einfach.
Die nachfolgenden Quellen sind leider nicht mehr eindeutig zu identifizieren.
Quelle 1: „Die Beweggründe, die das Handeln eines Menschen bestimmen.“
Quelle 2: „Motivation, Zentralbegriff der Lernpsychologie, da alle psychophysischen Aktivität unter ihrem Einfluss entsteht. Die Lernpsychologie unterscheidet 3 Arten von Motivation: Triebreduktion, Anreizmotivation und Verstärkung.
Bei der Triebreduktion liegt das Zentrum der Motivation im Individuum selbst. Aktivitäten verringern einen vorhanden inneren Triebdruck. Bei der Anreizmotivation (incentive motivation) liegt das bewegende Zentrum in der Außenwelt des Individuums. Reize, die auf es treffen (und mit inneren Bedürfnissen harmonieren), werden zum Anlass neuer Aktivität.
Die Verstärkung, das positive Reinforcement, ist ein angenehmer Reiz, der auf eine Verhaltensweise folgt und dadurch die Wiederholung einer vergleichbaren Aktivität hervorruft. Primäre Motivation ist triebnah und angeboren, sekundäre Motivation meint geistige Bedürfnisse und Interessen. Sie wird durch Lernprozesse erworben und ist ein Ziel jeder Erziehung.“
Quelle 3: „Motivation ist die Gesamtheit der in einem individuellen Gefüge wirksamen Motive. Motivation ist als ein „summarisches Konstrukt“, die Gesamtheit der das Verhalten beeinflussenden Faktoren, die sich vornehmlich als Bedürfnisse manifestieren. Diese können bestehen als Bedürfnisse des Verlangens (Appetenz) oder des Vermeidens (Aversion). Der Erfolg unterrichtlichen Lehrens hängt zum Großteil von der Berücksichtigung bzw. Schaffung von Lern- und Leistungsbedürfnissen ab.“
Quelle 4: „Motivation (lat. Movere = bewegen): die Stiftung oder Erregung eines Motivs als einer „Triebfeder des Wollens“, wodurch der Schüler zu einer bestimmten Verhaltensweise (etwa zur Inangriffnahme einer Unterrichtsaufgabe oder zu einem sozial bestimmten Tun) veranlasst wird. In didaktischer Sicht soll die Motivation das Interesse des Schülers für eine Leistungsforderung erwecken, deren Sinn er noch nicht eingesehen kann. Durch eine geschickte Einführung gelingt es dem Lehrer, die Aufmerksamkeit des Schülers zu fesseln und ihn die folgende Darbietung erwartungsvoll aufnehmen oder die Lösung der vorliegenden Aufgabe als notwendig und reizvoll empfinden zu lassen.“
Quelle 5: „Der allgemeine Begriff Motivation dient der Erklärung, welche innerpsychischen Gründe, Impulse das Verhalten von Personen bestimmen. Die Frage nach der Motivation stellt sich beispielsweise, wenn man nach den außerintellektuellen Gründen für das Versagen eines Schülers oder nach den Gründen für den Kauf eines bestimmten Produkts sucht.“
Quelle 6: „Motivation ist der Zustand des Motiviertseins.“ Gemeinsamkeiten und Unterschiede: Die Definitionen bzw. Begriffsbestimmungen wurden in den verschiedenen Lexika, Duden und Internetquellen sehr unterschiedlich aufgebaut. In einigen Quellen ist nicht nur der Begriff Motivation an sich erklärt, sondern auch die verschiedenen Arten der Motivation. Weiters ist in manchen Lexika von Beispielen ausgegangen worden, bzw. wird anhand von Beispielen der Begriff Motivation erklärt. Es wird in fast allen Quellen erwähnt, dass Motivation von Motiven ausgeht und in diesem Zusammenhang wird meistens auch erklärt, was Motive sind. Ein großer Unterschied ist, dass in nur zwei Quellen der Stamm des Wortes erklärt wird. In den anderen Lexika wird der lateinische Ursprung nicht erwähnt. Zusammenfassende Begriffsbestimmung: Motivation stammt aus dem lateinischen (movere-bewegen) und ist die Gesamtheit von Motiven die einen Menschen zu einer Handlung bewegen. Es gibt viele verschiedene Arten von Motivation. Die Triebreduktion, die Anreizmotivation und die Verstärkung. Motivation wird in der Hochschuldidaktik auch in primäre (intrinsische) und sekundäre (extrinsische) Motivation unterteilt. Motivation ist somit der Zustand des Motiviertseins.
Wann ist Motivation notwendig?
Motivation als Führungsaufgabe wird dann wichtig, wenn Mitarbeiter oder Kollegen die Ziele der Organisation, der Schule, der Klinik, nicht mehr in vollem Umfang erkennen können. Führungskräfte haben daher die Aufgabe, Mitarbeitern und Kollegen das Motiv ihres Handelns bewusst zu machen. Es geht darum, die möglicherweise nicht vorhandene Erkenntnis zur eigenen Leistungserbringung korrigierend neu zu definieren.
Betriebswirtschaftlich gesehen: Motivation kann entweder nur darin bestehen, Mitarbeiter dahingehend zu beeinflussen, keine Fehler bei der Ausführung von Aufgaben auftreten zu lassen - dies wäre einem Appell gleichzusetzen. Hier ergeben sich Ansätze zum Kaizen-Prinzip und zur Teamarbeit.
Besser, aber schwieriger in der Umsetzung: wie wird erreicht, dass der Mitarbeiter im Sinne des Unternehmenszieles selbstständig denkt und seiner Aufgabenstellungen entsprechend angepasst? (dazu müsste allerdings die Unternehmensleitung und die sonstigen Führungskräfte eine entsprechende Kommunikationskultur pflegen).
Alle Motivationsmechanismen wirken nicht oder nur kurzfristig, wenn Ängste, Befürchtungen oder sonstigen Zurückhaltungen von Mitarbeitern oder Kollegen nicht ausgeräumt werden, welche Auswirkungen es auf den eigenen Arbeitsbereich haben könnte. Motivation und Vertrauen sind Zwillinge, die zusammengehören.
Motivation und Lebensmotive
Der Psychologe Dr. Steven Reiss (Quelle: http://de.Wikipedia.org/wiki/motivation) hat16 Lebensmotive herausgefunden, die möglicherweise auch einen Einfluss auf die Motivation von Menschen an ihrem Arbeitsplatz haben. Nachfolgend die Auflistung der Motive (ohne Bewertung in der Reihenfolge). Weiterhin ist anzumerken, dass das Ergebnis der Untersuchungen möglicherweise kritisiert werden kann:
- Anerkennung: Bedürfnis danach, Kritik und Ablehnung zu vermeiden
- Beziehungen: Bedürfnis nach Freundschaft
- Ehre: Bedürfnis danach, sich moralisch integer zu verhalten
- Eros: Bedürfnis nach Sexualität
- Essen: Bedürfnis nach Nahrung
- Familie: Bedürfnis danach, seine eigenen Kinder großzuziehen
- Idealismus: Bedürfnis nach sozialer Gerechtigkeit
- Körperliche Aktivität: Bedürfnis danach, seine eigenen Muskeln zu bewegen
- Macht: Bedürfnis danach, andere dem eigenen Willen zu unterwerfen
- Neugier: Bedürfnis nach Kognition
- Ordnung: Bedürfnis nach Struktur
- Rache: Bedürfnis danach, mit jemandem abzurechnen
- Ruhe: Bedürfnis nach innerem Frieden
- Sparen: Bedürfnis danach, materielle Güter zu sammeln und anzuhäufen
- Status: Bedürfnis nach Prestige
- Unabhängigkeit: Bedürfnis nach Autarkie
