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Nachdenken

So nützlich und lebenserhaltend die bisherige Art des Wissens in der Vergangenheit gewesen sein mag, die Erfahrung zeigt, dass sie nicht dazu taugt, uns aus den Problemen der heutigen Situation herauszuführen
(Frederik Vester)

Hinweise und Anmerkungen zur "Aufschieberitis"

Wir leben in einer sehr schnelllebigen Zeit. Alles muss immer sofort erledigt werden und möglichst mehrere Sachen gleichzeitig. Das geht aber nicht immer. Wenn viele Angelegenheiten parallel erledigt werden müssen, ist dies nur möglich, wenn alles richtig (angemessen) geplant ist oder der Anspruch hinsichtlich der vollständigen Erledigung reduziert wurde. Die Aufgabenstellung wird dann nicht so perfekt ausgeführt, sondern eher oberflächlich. Oder es werden Dinge einfach auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, weil der persönliche „Arbeitsspeicher“ angeblich bereits voll ist und keine weiteren Belastungen mehr zulässt. Sehr häufig aber wird unterschätzt, dass der „Arbeitsspeicher“ immer noch Reserven hat, die bisher nicht bewusst erkannt wurden. Menschen, die einmal in Extremsituationen waren, kennen dieses Phänomen. Im sportlichen Wettkampf, in kriegerischen oder sonstigen Auseinandersetzungen, in denen es um das „Siegen“ geht, werden durch volle Konzentration ungeahnte Kräfte frei. Derartige Erfahrungen tragen zur Selbstsicherheit eines Menschen bei, auch schwierige Situationen bewältigen zu können.
Erst wenn die Freiheit der Entscheidung besteht, kommt das Abwägen von Aufwand und Nutzen, das Abwägen von möglichen Konsequenzen beim Hinauszögern, der gelegentliche Selbstbetrug bei der Festlegung von Prioritäten. Die Irritation beginnt.

Erinnern Sie sich? „Wenn nicht jetzt, wann dann …? Ein Song der Gruppe „de Höhner“ im Zusammenhang mit der Handballweltmeisterschaft 2007.

Das Problem ist also der Zeitpunkt.
Für viele Menschen ist der Refrain dieses Liedes eine stark motivierende Aufforderung, endlich das zu tun, was sie immer schon tun wollten, aber oft auf einen späteren Zeitpunkt verschoben haben. Bisher unklare Situationen, die nicht systematische Abwägung von Aufwand und Nutzung bei der zu treffenden Entscheidung haben oft dazu geführt, die Situation unklar zu lassen und sie eben nicht zu entscheiden. (Obwohl dies auch eine Entscheidung ist). Nicht zuletzt setzt die oben aufgeführte Fragestellung in dem Lied – wenn wir es positiv betrachten - auch Energien frei, die bei einigen Menschen in dem Umfang und mit der Konsequenz möglicherweise bisher nicht gekannt wurden.
Endlich wird der „Entscheidungsstau“ aufgelöst. Denken Sie an den Ex-Bundespräsidenten Roman Herzog mit seiner Aussage: „… es muss ein Ruck durch Deutschland gehen …“. Der Ruck ist wichtig. Zögern, Abwägen, Skrupel zu haben, blockiert. Mut gehört dazu, etwas zu tun, was vielleicht nicht im vollen Umfang überblickt werden kann. Natürlich treten auch Ängste auf. (Zitat von Alberto Moravia: „Der Wissende hat Angst, der Unwissende hat Mut“).

Im täglichen Leben kommt es auch oft zu der oben beschriebenen Fragestellung – im persönlichen und auch gleichermaßen im geschäftlichen Bereich. Als Beispiele unterschiedlichster Vorhaben mit den entsprechenden Gründen, es JETZT nicht zu tun, können angeführt werden:

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Was gehört alles zur "Aufschieberitis?"

Was ist Procrastination?

Procrastination, was bedeutet das? Der lat. Begriff bedeutet nichts anderes als fehlende Eigeninitiative, mangelnde Selbstmotivation und unzureichende Eigenverantwortung zur Ausführung / Durchführung von Tätigkeiten oder Vorhaben, um selbst gesetzte oder auch übergeordnete Ziele zu erreichen. Die Thematik ist sehr vielschichtig. Es geht um die Einhaltung des Zeitpunktes für die Erledigung von Vorhaben, die bereits einmal terminiert wurden. Es geht um das VERSCHIEBEN, denn Verschieben kann man nur etwas, was mindestens einmal zeitlich vorgesehen oder vereinbart war. Das AUFSCHIEBEN dagegen war noch nicht terminiert. (Lat.: Procrastinare: aufschieben, hinausschieben, verschieben, verzögern. Pro = für, cras = morgen). Es gibt keine wirklich deutsche Formulierung, bleiben wir also bei „Aufschieberitis“, was sich auch etwas sympathischer anhört.
Aufschieben und Verschieben ist ein sehr komplexes Thema mit vielen Facetten. Ein Mindmap [42 KB] dokumentiert ansatzweise die zu berücksichtigenden Aspekte.

Jeder kennt es

Es ist sicherlich jedem schon einmal passiert: Es steht eine bestimmte Aufgabenstellung an, bestimmte Entscheidungen müssen getroffen werden und man kriegt es einfach nicht geregelt, dieses nun auch endlich zu tun. Der innere Schweinehund, die angeblich fehlende Zeit und andere Prioritäten verhindern eine normale Abarbeitung der entsprechenden Aufgabenstellungen. Warum dies so ist, ist den betroffenen Menschen meist nicht ganz klar. Erstaunlich ist das Phänomen, dass anstelle der notwendigen Aufgabenerledigung oder der zu treffenden Entscheidung Ersatzaufgaben bearbeitet oder durchgeführt werden.(Obwohl doch meist die Zeit dafür gar nicht da ist). Meist wird dadurch eben nur Aktionismus erzeugt, der den Selbstbetrug fördert – weil man doch so viel zu tun hatte. Man macht dann das, was man lieber machen möchte oder man macht etwas, um sich abzulenken. Das innerliche Selbstbetrugsritual „ich will nicht, weil ich nicht kann“ steuert das Kompensationsverhalten.

Die Aufgabenerledigung wird also aufgeschoben, vertagt bis zu einem Zeitpunkt, wo sie unausweichlich dann aber doch getan werden muss. Aber auch das trifft nicht immer zu. Einige Menschen nehmen sogar in Kauf, bestimmte Aufgaben nicht zu erledigen und damit auch die darauf folgenden Konsequenzen zu akzeptieren. Dies kann zum Beispiel im persönlichen Bereich bei der Vorbereitung auf Prüfungen während eines Studiums oder auch – im Businessbereich - bei der Vorbereitungen für eine Präsentation im Kollegenkreis oder im Kundenkreis sein. Die Situationen sind vielfältig.

Die Neigung zum Aufschieben ist nicht an eine bestimmte Personengruppe gebunden und ist im Prinzip auch kein Krankheitsbild. Es ist eben menschlich und seit ewigen Zeiten bekannt. Schwierig wird es erst dann, wenn das Aufschieben von Entscheidungen oder der Durchführung von Tätigkeiten zu einer dauernden Selbstblockade wird, die mit einer "Angststarre" zu vergleichen ist. In diesem Fall ist es angeraten, eine externe Unterstützung zur Verbesserung der Situation in Anspruch zu nehmen. Darauf wird aber hier nicht weiter eingegangen.

Routine betäubt und macht sicher

Menschen, die in Situationen leben oder sich diese Lebenseinflüsse selbst zurechtgelegt haben, wo immer wiederkehrende Routinen eine Rolle spielen, haben keine großen Probleme mit der Aufschieberitis. Es läuft ja alles. Was soll man aufschieben, wenn es nichts zu entscheiden gibt, wenn keine Unsicherheiten bestehen, etwas richtig oder risikoreich zu erledigen? Erst die Freiheit zu entscheiden und sich selbst zu organisieren führt zu Zweifeln und Zweifel führen zu Unsicherheit. Verantwortung für sich selbst und Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen fällt nicht immer leicht und das „Weglaufen“ und Vertagen beginnt.

Ist Aufschieberitis im Business-Bereich vorhanden?

Häufig! Das Verschieben der Erledigung einiger Aufgaben, die dringend und notwendig zu erledigen sind (egal, ob sie als angenehm oder unangenehm empfunden werden) führt im Geschäftsleben sehr häufig zu unangenehmen Konsequenzen. Kündigungsgespräche, Änderung von Arbeitsabläufen oder ungewohnte beziehungsweise nicht bekannte Situationen führen dazu, zu verschieben, was zu tun ist. Oft liegen die Gründe darin, dass Angst besteht, als Führungskraft, als Manager durch eine unangenehme Entscheidung das eigene Image zu verletzen. Weitere Gründe liegen in der möglichen Unfähigkeit, die für eine Entscheidung notwendigen Daten richtig zu interpretieren, die Bewertung von harten und weichen Faktoren angemessen vorzunehmen.

Das Vertagen von Entscheidungen oder Tätigkeiten im Businessbereich hat sehr viel mit dem Changemanagement zu tun. Einige Manager oder Unternehmensinhaber haben Befürchtungen, einen gradlinigen und strikten Veränderungskurs in ihrer Organisation einzuleiten und auch einzuhalten, weil sie die Wechselwirkung von weichen und harten Faktoren nicht abschätzen können. Berater müssen her und die sollen eine Entscheidung oder eine neue Ausrichtung erarbeiten, vorbereiten und dann im Unternehmen sensibilisieren. Ist es dann gut gelaufen, kann man sich den Erfolg als Unternehmer selbst auf die Fahne schreiben. Ist es nicht gut gegangen, war es die Schuld von anderen.

Auch in der Politik ist die Verhaltensweise des Aufschiebens oder Aussitzends bekannt. Sie wurde oft mit dem Ex-Bundeskanzler Dr. Kohl in Zusammenhang gebracht , dem das Aussitzen von Entscheidungen nachgesagt wird. Ob das nun wirklich ein Aussitzen wegen fehlender Entscheidungsmöglichkeit war, eine politisch gesteuerte Verhaltensweise oder ob es sich um machtorientierte Vorstellungen handelte, kann wohl niemand wirklich sagen. Vielleicht war oft auch die Zeit noch nicht reif, angemessen zu reagieren.

Entscheidungs(Un)fähigkeiten

„Soll ich oder soll ich lieber nicht? Soll ich JETZT oder geht es auch später“? Soll ich meinen Vorstellungen folgen, wie eine Aufgabenstellung erledigt werden sollte, sollte ich lieber auf die Empfehlungen meiner Freunde oder Vorgesetzten hören? Das Beste wird sein, erst einmal abzuwarten“. Diese abwartende Haltung hat auch etwas damit zu tun, dass eine Befürchtung besteht, Fehler zu machen. Fehler können allerdings nur Menschen machen, die sich ein inneres Regelwerk zurechtgelegt haben, was richtig und was nicht richtig ist, denn ein Fehler ist eine Abweichung von einer Vorgabe; auch wenn es nur eine persönliche und innere Vorgabe ist.

Zur Aufschieberitis gehört aber nicht nur das Vertagungsverhalten, bezogen auf eigene Aufgaben oder Vorhaben, sondern auch auf diejenigen Dinge, die von anderen Menschen initiiert worden sind oder durchgeführt werden müssen. Hier kann das Sprichwort angeführt werden: „Der Berg wird auch nicht kleiner, wenn ich zögere, ihn zu besteigen“.

Die den Zeitpunkt der Umsetzung einer Entscheidung oder eines Vorhabens hinauszögernde und beeinflussende Denkweise hat die unterschiedlichsten Ursachen, die nachfolgend nur im Ansatz beschrieben werden können. Beispiele sind:„Ich kann mich nicht entscheiden, weil ich die Konsequenzen nicht in Kauf nehmen will oder sie nicht mittragen möchte. Daher verschiebe ich". Jeder Mensch hat so seine eigenen Alibis, um etwas zu vertagen.

Aufschieberitis und Zeitmanagement

Vorhaben, bei denen keine große Lust empfunden wird, oder die aus den verschiedensten Gründen als lästig oder kompliziert eingestuft werden, lassen sich dennoch bewältigen, wenn sie terminiert sind, wenn sie also zeitlich verwaltbar gemacht wurden. Doch wie so häufig, werden diese Termine bei Fälligkeit nicht eingehalten und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Das neue Terminieren schafft eine Scheinruhe. Das eigene Gefühl, die Angelegenheit nun doch im Griff zu haben, trügt. Auch ein neuer Termin wird dann oft erneut verschoben, weil immer wieder andere Dinge dazwischen gekommen sind und noch wichtiger oder dringlicher eingestuft wurden, als das ursprüngliche Vorhaben. Irgendwann kommt es zu der Fragestellung, ob das denn alles wirklich so dringlich und wichtig war und es ergeben sich gedankliche Ansätze, das Vorhaben einfach im Sande verlaufen zu lassen.

Entweder gab es zum ersten Zeitpunkt, als das Vorhaben festgelegt wurde, eine zu emotionale, zu spontane oder falsch eingeschätzte Notwendigkeit oder die Bereitschaft bestand, die entsprechenden Konsequenzen in Kauf zu nehmen.

Wenn Sie Ihre Termine lediglich im Kopf verwalten, weil Sie ein gutes Gedächtnis haben, besteht ein höheres Risiko, etwas zu vertagen, als wenn Sie es schriftlich fixieren. Beim schriftlichen Ansatz (Timer oder im Computer) kommt noch hinzu, dass Sie einen gewissen Verwaltungsaufwand haben. Handschriftliche Terminfixierungen führen aber oft dazu, dass bei Terminverschiebungen radiert, durchgestrichen, überschrieben werden muss, was wiederum eine Unbehaglichkeitsgefühl auslöst. Bei Einsatz von elektronischen Medien sieht das schon etwas besser aus, aber nicht jeder will und kann damit richtig umgehen. Suchen Sie also Ihr Medium danach aus, in welchem Umfang es Ihnen dabei hilft keine „Vertagungsspiralen“ zuzulassen.

Orientierung

Wie gehe ich damit um, wenn mir die Sinnhaftigkeit meines Tuns nicht so recht klar ist?
Ich entscheide nicht selbst, sondern lasse andere Menschen oder die Umstände entscheiden. Das Aufschieben von Entscheidungen, die normalerweise selbst getroffen werden müssten, ist ein Indiz für momentane Verantwortungsflucht.
Aussage einer Lehrerin:
„Ich habe keine Lust, das zu tun, was von mir als Zusatzarbeit verlangt wird, weil ich den Sinn nicht erkennen kann und nicht fremdbestimmt sein möchte. Anderseits habe ich eine Pflicht zu erfüllen.“ Es ergibt sich ein Spagat von Pflichtbewusstsein und selbstmotivierender Sinngebung, und der ist nicht einfach. Konsequenz: man wartet ab, ob sich die Situation nicht von allein löst.
Aussage einer Betriebsleiters: „Ich muss erneut die Produktivität um 3% steigern, obwohl ich mehrfach darauf hingewiesen habe, dass dies nicht möglich ist, weil schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Es geht eben nicht und für neue Methoden habe ich noch keine Zeit gefunden, um sie zu lernen. Nächste Woche werde ich mich damit beschäftigen." Dieses Scheinargument wurde bereits 4 mal genannt. Die Konsequenz war, dass der Geschäftsführer den Betriebsleiter entlassen und einen neuen Betriebsleiter eingestellt hat, der mit neuen Methoden, neuen Ideen und mit Erfolg diesen Anforderungen gerecht werden konnte; und zwar nachhaltig.
Fehlende Zeit als Begründung für ein Verschieben kann natürlich stimmen, ist aber sehr oft nur die Zustandsbeschreibung für Argumente wie: "Ich weiß nicht"; "Ich verstehe das nicht"; "Ich kann das nicht"; "Warum ich?" etc.

Selbstdefinition

Wie gehe ich damit um, wenn die anstehenden Entscheidungen gegen meine Überzeugungen stehen? (Aufräumen, Beibehaltung des Status quo, Angst vor dem Erkennen des aktuellen Lebensalters, Verlustängste, Ablehnung von Veränderungen etc.)
Ein sehr schwieriges und sehr persönliches Thema, welches sich einerseits an der beruflichen Ausrichtung, andererseits an der aktuellen Lebenssituation orientiert. Eigene Überzeugungen, die sich im Laufe eines Lebens ergeben haben, stehen klar oder diffus in einem Konflikt mit der Erkenntnis, dass sich die Zeiten geändert haben. Menschen, die beispielsweise in Ihrem Leben bisher sehr erfolgreich waren, können sich nach dem Ausscheiden aus dem Beruf nicht mehr über den beruflichen Erfolg und den bisherigen Status definieren, sondern versuchen, den ehemaligen Status und das Selbstwertgefühl mit dem damit verbundenen Status aufrechtzuerhalten, obwohl er nicht mehr vorhanden ist. Wenn der Beruf für Männer oder Frauen bisher die Droge war, sich selbst zu definieren und Applaus (Wertschätzung und Anerkennung) zu bekommen, muss nun eine Ersatzdroge her. Was es auch immer sein mag – die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität findet statt – ob man es nun bewusst oder nur unbewusst erkennt.

Die Veränderungen im Lebensalter mit den damit verbundenen Ansichten und Überzeugungen, aber auch mit den gesundheitlichen und beziehungsmäßigen Gegebenheiten spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Procrastination. Sowohl für Männer als auch für Frauen wird die Vorsorge im Gesundheitsbereich mit zunehmendem Alter immer wichtiger.

Empfehlungen

Allgemeine Empfehlungen, wie Sie mit der Aufschieberitis umgehen sollten:
Wie bereits durch die Überschrift erkennbar, können es nur allgemeine Empfehlungen sein. Wenn Sie selbst merken, dass Sie bestimmte Situationen nicht bewältigen können, wenn Sie Entscheidungen oder Tätigkeiten aufschieben, weil Sie Angst vor den Konsequenzen haben, weil die Motivation fehlt, weil anderes vermeintlich wichtiger ist:


© UPD Unternehmensberatung Dr. Deubel
Im Text wurde aus Gründen der Lesbarkeit weitgehend darauf verzichtet, die weiblichen Formen von Managern, Mitarbeitern, Lehrern, Schulleitern zu nennen. Natürlich sind sie auch gemeint.


Habe ich auch die Aufschieberitis?

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Kommentar zu "Aufschieberitis / Procrastination""

2 Kommentare

04.04.2010 16:29 Jan Jahnke E-Mail
Wie immer treffsicher eine Thematik zusammengefasst. Ihre Erfahrungen aus Beratungsprojekten, in denen Sie mit Menschen zu tun haben oder hatten, die unter Aufschieberitis leiden oder litten, sind zweifellos herauszulesen.Was bei der Auseinandersetzung mit dem ganzen Thema sehr betroffen macht ist die Feststellung, dass diese Krankheit jeden, ja sogar einen selber betrifft. Wie verblüffend und auch bedrückend. Grundsätzlich würde mich jedoch noch ein wichtiger Punkt interessieren: Warum schieben wir eigentlich auf? Die Beantwortung dieser Frage in Verbindung mit der richtigen Medizin dagegen würde aber wahrscheinlich zuviel des Guten sein und gleichbedeutend mit unermesslichem Reichtum sein. Da dies aber nicht in greifbarer Nähe ist und wir uns der Perfektion nur schrittweise und mit viel Konsequenz nähern können bleibt uns für die Zwischenzeit - ein gutes Glas Wein und das Sinnieren darüber was und wie wir mrogen etwas besser machen können - beruflich als auch privat.

16.02.2010 22:33 Enric van Gansewinkel E-Mail
Gut verfasster Beitrag zu Ihrem Tema Aufschieberitis! Ich muss im allgemeinem feststellen, dass im Geschäftlichen Bereich, die Aufschieberitis vorhanden, aber im privaten Bereich wo es um Erziehung und andere Dinge geht, stärker vertreten ist. Im privaten Bereich schiebt man gern mal was auf die lange Bank, wobei es im geschäftlichen ja nicht immer geht. Entschuldigungen findet man im privaten ohne Ende, wobei z.B. der Kunde kein Verständnis für ein weiteres Aufschieben eines Auftrages hätte. Also, ich glaube, dass der Anteil der Aufschieberitis bei 35% im geschäftlichen und 65% im privaten Bereich schätzungsweise liegen könnte.