Wie wurde Changemanagement umgesetzt?
Möbelkombinat im Baltikum, 1200 Mitarbeiter
Kurzfassung der Vorgehensweise und der erreichten Erfolge.
In diesem Projekt wurden alle Facetten des Modells "Changeprozess" umgesetzt. Projektdauer 1 Jahr und 8 Monate, jeweils 4 Tage pro Monat.
Die Problematik bestand unter anderem darin, auch eine politische Komponente berücksichtigen zu müssen. Der Wandel von der planwirtschaftlichen Ausrichtung hin zu marktwirtschaftlichen Denkweisen erfolgte nicht konfliktfrei.
Durch das schnelle und gut erkennbare durchsetzungsorientierte Führungsverhalten des Generaldirektors konnten alte Strukturen zerstört und neue aufgebaut werden.
Insbesondere die Bearbeitung des Bereiches "Produktqualität" war für alle Beteiligten ein starker Paradigmenwechsel.
Ausgangslage
- Das Kombinat bestand zu Beginn der Projektarbeit aus einer Spanplattenherstellung, einer Möbelproduktion und einer Produktion von Oberflächenfolien.
- Wie so häufig bei Changeprojekten, wurde der wirkliche Auftragsinhalt - nämliche die Anpassung des Kombinates an die marktwirtschaftlichen Verhältnisse - nicht explizit kommuniziert. Nur zwischen dem Berater und dem Generaldirektor wurde diese Thematik diskutiert. Der offizielle Auftrag lautete: Einführung und Umsetzung eines Qualitätsmanagements nach ISO 9001. Es bot sich an, die Normforderungen so zu formulieren, dass eine Restrukturierung defacto erfolgen müsste.
- Die Führungsmannschaft bestand noch stark aus politisch orientierten Personen. Der Politoffizier war immer mit anwesend.
- Projektmanagement mit Zielformulierungen war zwar bekannt, blieb aber bei Überschreiten von Terminen oder Nichteinhaltung von Zusagen meist ohne Konsequenzen. Die Hauptsache war die Rechtfertigung aufgrund von Verwaltungszahlen. (Für die Nachweise der Effizienz der Spanplattenanlage wurden zum Zeitpunkt des Projektstartes 6 Mitarbeiterinnen beschäftigt, die ca. 20 Aktenordner von Zahlen verwalteten. Eine Verbesserungsaktion konnte nicht festgestellt werden.)
- Der Qualifizierungsgrad der Mitarbeiter entsprach nicht dem westlichen Standard.
- Eine Simultandolmetscherin mit guten Fachkenntnissen - was die Beratungsarbeit betrifft - war mehr als hilfreich bei der Verdeutlichung der Aufgabenstellung.
Start des Projektes
- Vorstellung des Beraters mit Erläuterungen zur Vorgehensweise. Gegenseitiges Abtasten mit leichter Anspannung in den Diskussionen.